Es gibt ca. 4.000 namentlich bekannte Weintraubensorten. Davon haben etwa 100 einen charakteristischen Geschmack und sind für die Weinerzeugung interessant. Internationale Verbreitung hat lediglich ein knappes Dutzend gefunden.
Hier möchte ich meine Lieblingsreben und somit meine Lieblingsweine vorstellen. Manche Weine gelangen erst im Verschnitt mit anderen Trauben zu Spitzenweine, z.B. der typische Bordeaux-Mix aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, andere glänzen sortenrein: Riesling, Sauvignon Blanc und Pinot Noir.

Sauvignon Blanc ist eine sehr wichtige und populäre Weißweintraube mit Ursprung in Frankreich. Typischer und leicht zu erkennender Geruch und Geschmack, der an frischem Grasschnitt, Stachelbeere, Blätter der schwarzen Johannisbeere und im Alter auch an Dosenspargel erinnert.
Hauptanbaugebiete sind die obere und mittlere Loire. Hier entstehen reine, erfrischende Weine mit äußerst kräftigem Geschmack wie z.B. Sancerre und Pouilly-Fumé.
Das zweite große Verbreitungsgebiet ist Bordeaux und Umgebung. Hier wird Sauvignon aber meist mit Sémillon und Muscadelle verschnitten.
Besonders elegante Weine mit einem opulenten, fruchtigen Bukett kommen aus Neuseeland. Marlborough wird auch als die Sauvignon-Hauptstadt Neuseelands, vielleicht sogar der Welt bezeichnet. Aus Südafrika kommt schon lange köstlicher Sauvignon und Chile ahmt sehr erfolgreich den Neuseeland-Stil nach.
Eine untergeordnete, aber nicht unwichtige Rolle, spielt Sauvignon bei der Herstellung der weltberühmten edelsüßen Weine aus Sauternes und Monbazillac.

Der Status und die Popularität von Cabernet Sauvignon ist vergleichbar mit der weißen Rebe Chardonnay.
Cabernet Sauvignon gilt als wichtigste und berühmteste Traube unter den Rotweinsorten und ist in allen großen Weinanbaugebieten, bis auf Deutschland (wegen des zu kalten Klimas), vertreten.
Im Heimatland Bordeaux ist Cabernet Sauvignon, neben Merlot, der wichtigste Verschnittpartner für die großen Weine des Bordelais.
Ihr Wein zeichnet sich durch ein kräftiges Aroma von schwarzen Johannisbeeren aus. Aber auch Düfte von Zedernholz, Zigarrenkiste, grüner Paprika und manchmal Tabak kommen vor.
Klassische französische Weine auf Basis von Cabernet Sauvignon sind meist gut strukturiert, straff und gelegentlich auch streng.
Die Farbe ist des Weines ist in der Jugend tief Purpurrot. Im Alter kommen bräunliche bis orange Reflexe hinzu.
Aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes (Tannin) haben die Weine aus Cabernet-Sauvignon ein überaus hohes Alterungspotenzial und entfalten sich unbeschreiblich komplex, unerhört tiefgründig und vielschichtig wie kaum ein anderer Wein.
In Italien wird Cabernet Sauvignon auch mit Sangiovese verschnitten und beschert uns so manchen überaus feinen Supertoskaner.
Reinsortige Cabernet Sauvignon kommen aus allen ausreichend warmen Gebieten der Welt.

Pinot Noir ist die rote Burgunder- und Champagnertraube. Sie zählt zu den besten und edelsten Rotweintrauben der Welt und ist für die feinen, himmlisch duftenden und überaus sinnlichen Rotweine des Burgunds verantwortlich.
In jungem burgundischen Pinot Noir finden sich Nuancen von Erdbeeren , Himbeeren, Kirschen und Veilchen, die sich im Alter zu einem Bukett von Wild, Süßholz, Leder sowie herbstlichen Waldboden verdichten.
Pinot Noir spiegelt ganz besonders das spezifische und typische Terroir einer Lage wider.
Aufgrund von besonderen Klimaansprüchen, Anfälligkeit für Krankheiten und geringen Erträgen zählt sie allerdings auch zu den launischsten und schwierigsten Rebsorten überhaupt.
In der “neuen Welt” wird an geeigneten Lagen erstaunlich guter Pinot Noir erzeugt. Oft fehlt es ihnen noch an Ausdruck und Feinheit, dafür bieten sie aber für einen geringen Preis oft mehr Genuss als ein durchschnittlicher und deutlich teurerer Burgunder. Besonders aus Oregon, Kalifornien, Neuseeland und Chile kommen exzellente Pinot Noir.
In Deutschland ist Pinot Noir (hier als Blauer Spätburgunder) die meistangebaute Rotweintraube.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.